Wie Uploadfilter das Internet verändern werden

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Das Internet lebt von „user generated Content“ – ohne diesen Content, müssten Personen damit beauftragt werden Inhalte gegen Geld zu erstellen. Überlegen wir kurz, wie Wikipedia.com entstanden ist.
Jimmy Wales gründete 2001 Wikipedia mit dem Ziel „eine frei lizenzierte und hochwertige Enzyklopädie zu schaffen und damit lexikalisches Wissen zu verbreiten“. Natürlich sind nicht alle Artikel aus Wikipedia immer vergleichbar mit den Inhalten die wir aus herkömmlichen Enzyklopädien für die bezahlt werden muss kannten. Dennoch sie die Artikel immer eine gute Basis um schnell Wissen zu erweitern oder einfach zu recherchieren.

Was sind Uploadfilter?

Artikel 13 wird auf savetheinternet.info ziemlich gut dargestellt und erläutert. Kurz zusammengefasst bedeutet er folgendes:

Algorithmen sollen User Generated Content auf Urheberrechtsverletzungen prüfen und diese schon beim Upload des jeweiligen Content verhindern. Laut
Wikipedia bezeichnen sie eine „Software, die Informationen und Daten beim Hochladen beziehungsweise Veröffentlichen auf einer Website überprüft. Nicht regelkonforme oder illegale Inhalte werden durch den Filter abgewiesen oder vor der Veröffentlichung angepasst. Dabei können zum Beispiel Algorithmen zur Bild-, Sprach- und Texterkennung sowie -bewertung zum Einsatz kommen. Die Filterung kann auf einzelnen Websites, beim Webhoster oder beim Internetprovider der einzelnen Nutzer erfolgen.“

Auf YouTube existiert bereits seit 2007 eine solche Art von Uploadfiltern, die es Rechteinhabern ermöglicht entweder Videos sperren/ entfernen zu lassen oder an den Werbeeinnahmen beteiligt zu werden. Das Gerücht dass YouTube bereits mehr als 100 Millionen Dollar für solche Filter ausgegeben hat hält sich hartnäckig (ich konnte allerdings keine validen Beweise dafür finden).

Gebührenpflichtige Links

So beschreibt savetheinternet.info die gebührenpflichtigen Links: „Presseverlage können künftig von allen, die Links auf ihre Inhalte setzen, Lizenzgebühren verlangen. Nachrichtenportale werden so zunichte gemacht.“

Zusammengefasst: jeder der einen Artikel einer Zeitung bspw. über news.google.com verlinkt soll für diesen Link zahlen. Das bedeutet natürlich auch, dass geprüft werden müsste wie Newsportal wie Google, Bing, usw. überhaupt noch Links darstellen.

Welchen Vorteil haben Uploadfilter für Uhrheber?

Aus der Perspektive von Uhrhebern (und die sind wir eigentlich alle im Internet) könnten Uploadfilter wenn sie korrekt eingesetzt werden zu mehr Verdienst führen.

Jeder der Bilder, Videos, Musik, Texte, Code Snippets – also egal welche Schöpfung von kreativen Inhalten- erstellt möchte ggf. für seine Schöpfung bezahlt werden. In einer Idealtypischen Welt werden Musiker für Ihre Stücke bezahlt, egal ob sie bei iTunes oder auf YouTube im Hintergrund laufen. Soweit so gut. Um dies herauszubekommen sollen Uploadfilter eingesetzt werden. D.h. sowie irgendwo in der EU ein Video mit dem von mir erstellten Song im Hintergrund hochgeladen wird, erhalte ich dafür Nutzungsgebühren. An sich eine sehr gute Idee – Künstler müssen und sollen bezahlt werden.

Realitätscheck

Wie würde so ein Konstrukt in der Realität aussehen? Jeder Blog, jedes News Magazin, jedes online Forum in dem User eigenen Content hochladen können wird dazu verpflichtet sein diesen Content automatisiert zu prüfen. Selbst für große Anbieter wie YouTube wird dies erhebliche Kosten mit sich bringen. Was passiert mit kleinen Foren oder sogar Wikipedia? Diese können es sich nicht leisten solche Filter selbst zu entwickeln. Und hier kommt der größte Kritikpunkt an Artikel 13: wird es von EU Seite einen „Uploadfilter-as-a-service“ geben? wenn ja, was kostet dieser? Wer entwickelt ihn? Wer überprüft ob der Filter wirklich nur Urheberrechtsproblematiken filtert und nicht doch ungewollte Meinungsäußerungen?

So wie der Uploadfilter aktuell konzipiert ist, ist das offizielle Ziel dahinter OK, aber die Umsetzung ist in keinster Weise möglich.

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