Das ToDo Listen Phänomen – warum User von ihnen genutzte Produkte (unbewusst) sabotieren

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Warum sollte man die von einem selbst genutzten Produkte sabotieren und wie geht so etwas?

Diese Frage möchte ich euch gerne anhand einer kurzen Geschichte einer ToDo App – nennen wir sie ToDo Meister – erklären.

Als ToDo Meister auf den Markt kam, hatte die online ToDo Liste einen sehr geringen Funktionsumfang. Man konnte ToDos erstellen, diese ansehen und abschließen. Viele User konnten gewonnen werden, weil genau diese Einfachheit als Anreiz gegenüber den großen ToDo Listen der digitalen Welt ein Alleinstellungsmerkmal war. Die Useranzahl steigt und steigt. Die Hersteller von ToDo Meister versuchen ihren Nutzern gerecht zu werden und ermitteln durch eine Umfrage welche Funktionalitäten als nächstes implementiert werden sollen.

Der größte User Wunsch ist der nach Prioritäten. Aufgaben sollen nach deren Wichtigkeit sortiert werden können. Gesagt, getan! Das ToDo Meister Team ergänzt Prioritäten in den Aufgaben und jeder User kann anschließend seine ToDos um ebendiese ergänzen. Die Anwender sind begeistert – sie konnten steuern was als nächstes entwickelt wurde.

Die Zeit läuft weiter, es kommen neue Umfragen und neue Anforderungen an das Team ToDo Meister. Es werden folgende Anforderungen umgesetzt:

  • ToDos können Termine enthalten
  • per Mail können neue ToDos ergänzt werden
  • Facebook Login, damit der User auch per Facebook Messenger über seine Aufgaben informiert wird
  • Teams zur Kollaboration von mehreren Teilnehmern werden implementiert
  • Notizen können an Tasks angehängt werden
  • neue Status werden implementiert, jeder Task kann einen ganzen Workflow von verschiedenen Status durchlaufen und in Abhängigkeit von anderen Tasks stehen
Quelle: envato.com

Man merkt schnell, dass sich die ToDo Applikation von ToDo Meister immer weiter entwickelt. Die User die von Beginn an mit Begeisterung dabei waren, weil die Applikation eben so einfach war grübeln jetzt. Aus einer simplen ToDo Liste ist ein Projektmanagement Monster mit diversen Einstellungsmöglichkeiten geworden. Zu Beginn war das Erstellen eines ToDos durch wenige Klicks möglich – mittlerweile müssen zuerst Status, Workflows und Team Mitglieder definiert werden, bevor überhaupt an die Erstellung eines ToDos gedacht werden kann.

Schlussendlich wandern die User ab und suchen sich eine ToDo Applikation die wesentlich einfacher ist als ToDo Meister.

Nicht immer sind die Anforderungen die von Nutzern kommen auch die, die sind sie wirklich benötigen. Eine kritische Betrachtung der Anforderungen spart bei der Erstellung von Software viel Zeit.

Wie steht ihr zu dem Thema ToDo Listen? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

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